Lebendig begraben - Deutschlands schwerstes Grubenunglück Ein Film von Wilm Huygen
So, 23.08. | 4:30-5:15 | WDR
20. Februar 1946: Mittags um 12 Uhr erschüttert eine Schlagwetterexplosion in 900 Metern Tiefe die ganze Schachtanlage "Grimberg 3/4". Aus dem Einstieg schlägt eine 300 Meter hohe Stichflamme. Dann folgt eine Kohlenstaubexplosion. 405 Bergmänner werden getötet. Sie hinterlassen Familien - fast 300 Frauen und mehr als 400 Kinder. Familien, die nicht mal ein Jahr nach Kriegsende wieder etwas optimistischer in die Zukunft blicken. Nur 64 Kumpel können gerettet werden.
Die Dokumentation von Wilm Huygen rekonstruiert das tragische Unglück von 1946 und zeichnet die Spuren nach, die der "Mythos Grimberg" bis heute bei den Menschen und in der Stadt hinterlassen hat. Mithilfe von Zeitzeugen, Experten und umfangreichem Archivmaterial wird deutlich, wie es zu der Katastrophe kommen konnte.
Die Jahre nach dem schweren Schicksalsschlag werden nicht einfacher. Das Unglück ist allgegenwärtig. Häuserzeilen, in denen Angehörige wohnen, werden "Witwenstraße" genannt. Im Film erzählen Kinder der Opfer und auch die der Überlebenden, wie sie mit dem größten Wendepunkt ihres Lebens umgehen. Manche von ihnen sind geblieben. Jürgen Lenz arbeitet später sogar auf der gleichen Zeche wie sein Vater. Allerdings nur "über Tage" - das hatte er seiner Mutter versprechen müssen. Andere, wie Doris Granata, zieht es weit weg ins ferne Kalifornien.
Von den ehemals neun Fördertürmen erinnert heute nur noch ein einzelner an die schwarze Vergangenheit. Kohle wird schon lange nicht mehr gefördert. Doch das Unglück vor 80 Jahren ist tief im Gedächtnis geblieben. Der Film macht die Dramatik und besondere Tragik der Katastrophe auf "Grimberg 3/4" in einer emotionalen Erzählung greifbar. Gleichzeitig zeigt er das Ausmaß und die Tragweite dieses Ereignisses für eine ganze Stadt bis heute
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