Zwischen Donau und Ötscher in Niederösterreich liegt das Mostviertel. „Konsequent didschat“, sind sie hier, also nicht nur Dickschädel, sondern auch noch stolz darauf. Wie Rafael Pils, der mit seiner Familie unter dem Motto „alles darf passieren“ ein Haubenlokal als Dorfwirtshaus führt. Töpferin Anja Figl hat zuerst gedacht – was macht ein cool gestylter DJ in meinem Kurs? Heute fertigt sie das Geschirr für den Gasthof Pils. Gewölbebauer Anton Wagner bringt von jedem Spaziergang Findlinge mit und baut zusammen mit seinem Sohn Sebastian vom Weinkeller bis zur Schwitzhütte damit. “Umi, Aufi, Obi“ die Liebe hat Sattlerin Susanne Heil aus Deutschland nach Neuhofen an der Ypps verschlagen. Und was sagt der typische Mostviertler, ihr Mann Martin Rettensteiner dazu? „Romantisch, teilweise“. Richtig romantisch ist es gewesen, als der portugiesische Hufschmied Elliot Shrimpton auf Knien um die Hand von Sarah Rechberger angehalten hat, die junge Reitsportlerin dann auch in der regionalen Tracht geheiratet und den lokalen Dialekt gelernt hat. „Frech und wild“ so sind diese Handwerker-Originale. Schmied Sepp Eybl arbeitet nur „wann ich will, für wen ich will und was ich will“. Und der „wilde Tischler“, Ing. Anton Halbartschlager arbeitet ausschließlich mit Altholz. Dass „die Natur die besseren Ideen hat“, erkennt Pfeifenbauer Christoph Stiegler am Horn von Wasserbüffeln. Die Herde ist das Herzensprojekt von Bernhard und Aline Hörmann. Auch wenn sie zu den gefährlichsten Tieren der freien Wildbahn gehören – hier wird mit ihnen gekuschelt und sogar auf ihnen geritten. Auf der Reisalpe bei Hüttenwirtin Helga Zöchling mit einem Rundumblick vom Ötscher, zum Traunstein, dem Hohe Priel bis ins Waldviertel wird klar: Man kann nicht genug kriegen vom Mostviertel- und den Blutzern.
Die Mostviertler sind bekannt für ihre Sturheit, „Mostblutzer“ sagen sie selbst. Doch genau diese Hartnäckigkeit lässt sie kreative Wege bis zum Ende gehen, nachhaltig und verankert in der eigenen Kultur.
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