Je suis Karl Spielfilm Deutschland/Belgien/Frankreich 2020
Fr, 21.08. | 2:15-4:15 | ARTE
Film, 2020
Film mit einem schwierigen und provokanten Thema: Über die Anziehungskraft junger, rechter, identitärer Bewegungen in Zeiten von Social Media.
Je suis Karl: Karl (Jannis Niewöhner) begeistert mit seinen Reden die Jugend. Er ruft dazu auf, die europäische Identität zu schützen – aber was bedeutet das in seinen Augen? Bild: Sender / 2021 Pandora Film Produktion / Michaela Hermína
Es ist zwei Jahre her, dass Familie Baier dem jungen Libyer Yusuf bei seiner Flucht nach Deutschland geholfen hat. Als nun Vater Alex ein Paket für die Nachbarin annimmt, explodiert es in der Wohnung; Mutter Inès und die beiden kleinen Zwillingssöhne werden Opfer der Tragödie. Schwer traumatisiert überleben Alex und die 20-jährige Tochter Maxi.
Eines Tages lernt Maxi Karl kennen, einen charismatischen jungen Mann, der sie vor aufdringlichen Journalisten rettet. Karl lädt sie zum Treffen einer europäischen Jugendbewegung in Prag ein. Das kommt Maxi gerade recht, denn in Berlin erinnert sie alles an den Verlust ihrer Familie.
Bald darauf findet sich Maxi in Prag in einem Umfeld wieder, in dem ihr scheinbar alle den Trost spenden, den sie braucht. Anfangs traut sie der politischen Bewegung, die sich nicht klar einordnen lässt, noch nicht ganz, doch schnell verliebt sie sich in Karl und folgt ihm blind. Sie begleitet ihn auf eine Reise nach Frankreich, die seinen politischen Erfolg festigen soll. Während Maxi immer tiefer in die Fänge eines identitären, rechtsextremen Milieus gerät, macht sich ihr Vater, verzweifelt in Sorge um seine Tochter, auf die Suche nach ihr. Es stellt sich bald heraus: Das Bombenattentat in Berlin war erst der Anfang …
Christian Schwochow ("Bad Banks") inszenierte mit "Je suis Karl" einen Film über die Anziehungskraft junger, rechter, identitärer Bewegungen in Zeiten von Social Media.
Der Titel "Je suis Karl" nimmt Bezug auf das Jahr 2015, als ein islamistisches Attentat auf die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" die Welt erschütterte. Regisseur Christian Schwochow thematisierte Faschismus bereits 2016 in "Mitten in Deutschland: NSU". Beim Deutschen Filmpreis 2021 war "Je suis Karl" als bester Film nominiert und brachte Luna Wedler, Jannis Niewöhner und Milan Peschel jeweils Nominierungen für ihre schauspielerischen Leistungen in Haupt- und Nebenrollen ein.
Darsteller:
Luna Wedler (Maxi Baier)
Jannis Niewöhner (Karl)
Milan Peschel (Alex Baier)
Edin Hasanovic (Ante)
Anna Fialova (Jitka)
Fleur Geffrier (Odile Duval)
Aziz Dyab (Yusuf)
Mélanie Fouché (Inès Baier)
Regie: Christian Schwochow
Drehbuch: Thomas Wendrich
Kamera: Frank Lamm
Musikalische Leitung: Tom Hodge & Floex
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