Opernabend – Salzburger Festspiele 2026 Olivier Messiaen: „Saint Francois d’Assise“
Di, 04.08. | 17:00-0:00 | Ö1
Mit seiner einzigen Oper „Saint Francois d’Assise“ über den heiligen Franz von Assisi schuf der französische Komponist Olivier Messiaen sein Opus Magnum. Das 1983 uraufgeführte, rund viereinhalbstündige Werk, das an Orchester wie Sänger:innen hohe Anforderungen stellt, kommt nur selten auf die Bühne. Regie bei dieser Aufführung der Salzburger Festspiele in der Felsenreitschule führt Romeo Castellucci, der mit seinen Inszenierungen der „Salome“ und zuletzt „Don Giovanni“ die Ära Hinterhäuser geprägt hat.In acht Bildern, verteilt auf drei Akte, beschrieb der tiefgläubige Olivier Messiaen, wie Franziskus die göttliche Gnade erlangt und auf seinem Weg radikale Entscheidungen trifft, etwa sich aufopfernd um einen Aussätzigen zu kümmern. Ein stummer Prolog zeigt die große Zäsur im Leben des Kaufmanns Hans Franziskus. Vor den Augen seiner Eltern entkleidet er sich, tauscht Hemd und Anzug gegen eine schlichte Kutte und entscheidet sich für ein Leben als Diener der Armen. Die Oper selbst setzt erst ein, als er den Orden der Minderbrüder bereits gegründet hat. Dem Regen ausgesetzt, lernen sie bei ihm die Tugend der Demut und das Ertragen größtmöglicher Entbehrungen.Castellucci inszeniert in der Kulisse der Felsenreitschule mit sparsamen Mitteln und setzt doch auf konkrete physische Erfahrungen – vom Regen, der auf die Darstellenden niederprasselt, bis zum Geruch von Brot, das live auf der Bühne gebacken wird. Eindringliche Bilder, wie sie sich auch in Messias Musik finden. Der Komponist, ein leidenschaftlicher Ornithologe, integrierte die von ihm gesammelten Vogelstimmen in seine Partitur.Am Dirigentenpult der Wiener Philharmoniker steht Maxim Pascal. In der Titelrolle des Franziskus ist der kanadische Bassbariton Philippe Sly zu erleben.
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