Die Nacht ist mein Reich Spielfilm Frankreich 1951
Mo, 17.08. | 23:05-0:55 | ARTE
Film, 1951
Lokomotivführer Raymond Pinsard erblindet durch einen Unfall mit Wasserdampf. Während er, völlig verzweifelt, keinen Sinn mehr im Leben sieht, trifft er Jean Gaillard, der als Blinder Rundfunkgeräte repariert. Gaillard überzeugt ihn, die Blindenschule zu besuchen, in der auch er sein Handwerk gelernt hat.
In der Schule lernt Raymond nicht nur die Braille-Schrift, er lernt vor allem Louise kennen, eine blinde Lehrerin, der es gelingt, die Schüler zu motivieren. Raymond und Louise verlieben sich allmählich ineinander. Als Raymond auch noch von einer ominösen Operation erfährt, die ihn wieder sehen lassen soll, beginnt er sich ein Leben mit Louise vorzustellen.
Doch der Buchhalter der Anstalt, Lionel Morau, ist ebenfalls in Louise verliebt und glaubt ihr ein besseres Leben bieten zu können als Raymond es je könnte. In seiner Eifersucht sagt er Raymond, die Operation könne niemals gelingen - und stürzt ihn erneut in die Depression. Wird Raymond seine Blindheit akzeptieren können, oder lebt er weiter in der Hoffnung einer Wunderheilung?
"Die Nacht ist mein Reich" erzählt ergreifend von Verlust, Hoffnung und der Fähigkeit des Menschen selbst schwerste Schicksalsschläge zu überwinden. Für die damalige Zeit war die differenzierte Darstellung blinder Personen ungewöhnlich und vergleichsweise modern. Der Film entstand in einer Phase, in der sich das französische Kino verstärkt mit den Folgen von Krieg, Verlust und persönlicher Neuorientierung auseinandersetzte.
Für seine Darstellung des erblindeten Lokomotivführers Raymond Pinsard wurde Jean Gabin 1951 bei den internationalen Filmspielen von Venedig mit dem Volpi-Preis als bester Schauspieler ausgezeichnet. "Die Nacht ist sein Reich" ist der erste aus einer Reihe von Filmen anlässlich des 50. Todestages von Jean Gabin am 15. November 2026.
Darsteller:
Jean Gabin (Raymond Pinsard)
Simone Valere (Louise Louveau)
Gérard Oury (Lionel Moreau)
Jacques Dynam (Jean Gaillard)
Marthe Mercadier (Simone)
Robert Arnoux (Julien Latour)
Suzanne Dehelly (Schwester Gabrielle)
Regie: Georges Lacombe
Drehbuch: Marcel Rivet
Kamera: Philippe Agostini
Musikalische Leitung: Yves Baudrier
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