Lotte in Weimar (Folge 7 von 23) von Thomas Mann

Do, 09.07.  |  19:00-19:35  |  MDR Figaro
Stereo 
Von Thomas Mann
(Übernahme)

Ausgangspunkt für Goethes Roman ist der historisch verbürgte Besuch Charlotte Kestners, geborene Buff - jener unglücklichen Jugendliebe und Vorbild für die Figur der Lotte in Goethes "Die Leiden des jungen Werther". Der Briefroman machte 1774 den damals 25-jährigen Goethe schlagartig berühmt.
Über 40 Jahre später besucht Charlotte ihre Verwandten in Weimar; sie trifft mit Tochter und Zofe am 22. September 1816 frühmorgens mit der Postkutsche in Weimar ein und steigt im Gasthof "Zum Elephanten" ab. In der kleinen Residenzstadt spricht sich ihre Ankunft schnell herum und erste Besucher melden sich an. Noch bevor Charlotte ihre Schwester Amalie Ridel besucht, teilt sie Goethe in einem Schreiben ihre Ankunft mit. Der Kellner Mager, ein Goethe-Kenner und Verehrer, erregt mit seiner Geschwätzigkeit mehr und mehr den Unmut Charlottes. Besucher geben sich die Klinke in die Hand: Riemer, der ehemalige Privatlehrer von Goethes Sohn, Adele, die 19-jährige Tochter von Johanna Schopenhauer und August von Goethe, der Sohn des Dichterfürsten. Erst im letzten Drittel des Romans kommt es zur Wiederbegegnung - der Geheime Rat lädt zum Mittagessen ein; doch der Gastgeber, mehr Fürst als Freund, hält sich distanziert. Und Charlotte Kestner erfährt, was sie schon ahnte: "Ein großer Mann ist ein öffentliches Unglück." Zu einem persönlichen Gespräch kommt es erst am Schluss bei einer traumhaften Begegnung der beiden in Goethes Kutsche...

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter und Denker, gilt als bedeutendster Vertreter des Sturm und Drang und Haupt der deutschen Klassik. Er verfasste Dramen, Lyrik und umfangreiche autobiografische Schriften ("Dichtung und Wahrheit") sowie naturwissenschaftliche Studien unter anderm zur Anatomie und Farbenlehre.

Der Schauspieler und Regisseur Gert Westphal, 1920 in Dresden geboren, wuchs dort in großbürgerlichem Hause auf. Nach dem Abitur am Realgymnasium Dresden-Blasewitz ließ sich Westphal am Dresdner Konservatorium zum Schauspieler ausbilden. Im Herbst 1940 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Wegen seiner hervorragend interpretierten Rezitationen und Literaturlesungen für den Hörfunk wurde er auch als der "König der Vorleser" gewürdigt. Zum Theater kehrte er 1960 als Ensemblemitglied des Züricher Schauspielhauses zurück, dem er bis 1980 angehörte. Seitdem war er freiberuflich als Schauspieler und Regisseur tätig, vor allem aber als Rezitator auf der Bühne und im Rundfunk, auf Schallplatte und CD. Er verstarb 2002 in Zürich.

Produktion: SWF 1975

Mitwirkende:
Gert Westphal

(26 Min.)

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