Terra Xplore

Bobo-Doll-Studien: Aggressive Vorbilder, aggressive Kinder?

Fr, 24.07.  |  4:45-5:00  |  ZDF
Untertitel/VT  Deutschland 2026 Länge: 15 Min.

Lernen wir aggressives Verhalten, wenn wir Gewalt sehen? Psychologe Albert Bandura zeigt im Bobo-Doll-Experiment, wie kleine Kinder aggressives Verhalten beobachten und dann nachahmen.

"Modelllernen" oder "Beobachtungslernen" nennt Albert Bandura seine Lerntheorie. Psychologe Leon Windscheid zeigt auf, welche Rolle Vorbilder und auch Medien im sozialen Lernprozess spielen und was das heute für ein mögliches Social Media Verbot bedeutet.

Was der kanadische Psychologe Albert Bandura damals herausfand, gilt bis heute als Meilenstein in der Gewaltforschung. Er hat mit seinen Bobo-Doll-Studien gezeigt, dass Lernen nicht ausschließlich über Belohnung und Bestrafung funktioniert, sondern Menschen auch durch Beobachtung und Imitation lernen.

Anfang der 1960er-Jahre wird der Fernseher zum Leitmedium und 1963 wiederholt Bandura das Experiment mit der Frage, ob Kinder durch Gewalt im Fernsehen und in Filmen negativ beeinflusst werden können.

Wie wirkt sich heute Gewalt aus Filmen, Social Media, Serien oder Gaming auf uns aus und vor allem auf Kinder, die solche Inhalte sehen?
Psychotherapeutin Dr. Isabel Brandhorst geht davon aus, dass Mediengewalt als ein mögliches Verhaltensskript gelernt und gespeichert wird. Gleichzeitig gibt es zahlreiche weitere Einflüsse, die mitentscheiden, ob dieses Skript aktiviert wird und Menschen selbst aggressiv reagieren.

Modelllernen prägt unser Verhalten weit stärker, als uns oft bewusst ist. In nahezu allen Lebensbereichen sind wir – ob wir es wollen oder nicht – Vorbilder, denn wir werden ständig beobachtet.



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