37°Leben
Er ist 24 Jahre und erhält täglich Morddrohungen. Marcant geht auf Nazi-Demos. "Verpiss Dich!", rufen einige dem großen jungen Mann zu, der freundlich, aber bestimmt Fragen stellt.
"Warum bist Du stolz auf die weiße Rasse?", fragt er einen Mann mit "White Race"-Schal. "Wo warst Du beim Holocaust-Gedenktag?" "Linker Drecksjude, Missgeburt, Schwuchtel" - Marcant wird beschimpft. Aber auch ausgezeichnet: mit der Theodor-Heuss-Medaille 2026.
Mit seinen Videos auf TikTok und YouTube erreicht Marcant Millionen Menschen. "Mit Nazis redet man nicht, das mag vor zehn Jahren gestimmt haben", sagt er. "Heute reden die Nazis in Parlamenten, ihre Reden im Internet erreichen hunderttausende Follower." Er will ein Gegengewicht sein. Rund 500 Menschen haben ihm inzwischen geschrieben, dass sie auch wegen seiner Videos mit der Naziszene gebrochen haben und ausgestiegen sind. "Es gibt wenige Todeslisten, auf denen ich nicht stehe", sagt er.
Der Reporter Max Neidlinger hat Marcant für "37°Leben" bei seiner Arbeit begleitet.
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