Punkt eins Wer hilft den Helfern und Helferinnen?
Di, 16.06. | 13:00-13:55 | Ö1
Im Wiener Votivkino wird heute Abend der mehrfach ausgezeichnete dänische Spielfilm „Nachbeben“ gezeigt. Er beleuchtet das Phänomen „Second Victim“, dessen Begriff vor rund 25 Jahren der US-amerikanische Arzt und Patientensicherheitsforscher Albert Wu prägte.Als „zweites Opfer“ gelten im Gesundheitswesen jene Fachkräfte, die nach einem unerwarteten Vorfall bei der Behandlung oder nach einem medizinischen Fehler selbst schwer belastet oder sogar traumatisiert sind. Sie kämpfen mit Scham und Schuldgefühlen, haben große Angst vor Fehlern, fürchten die Missbilligung ihres Teams und rechtliche Konsequenzen. Viele haben Schlafstörungen, Depressionen oder ein Burnout; manche steigen aus dem Beruf aus.Der Film, der ab 25. Juni auch in einigen anderen österreichischen Kinos zu sehen ist, erzählt von einem Arbeitstag der Neurologin Alexandra Demir, die auf der unterbesetzten Schlaganfall-Station eines Krankenhauses unter großem Zeit- und Spardruck eine falsche Entscheidung trifft. In Österreich wurde vor fünf Jahren – auf dem Höhepunkt der Corona-Krise – der Verein „Second Victim“ gegründet. Was konnte bisher für die unter Dauerdruck stehenden Arbeitskräfte in der Medizin erreicht werden? Wie steht es um die Gesundheit im Gesundheitswesen, um Fehlerkultur und Systemverantwortung? Wie sicher können Patientinnen und Patienten sein, dass ihr Gegenüber im weißen Mantel nicht ein stark gestresster, psychisch belasteter Mensch ist?Anlässlich des Filmstarts und einer anschließenden Podiumsdiskussion heute Abend spricht Andrea Hauer mit zwei Mitgliedern des Vereins „Second Victim“: mit dem Unfallchirurgen Herbert Huscsava und mit Sabine Fürst, Notfalltrainerin, ehemalige Hebamme und ehemalige Flugbegleiterin. Rufen Sie uns an und reden Sie mit, unter 0800 22 69 79 oder punkteins(at)orf.at
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