QUEER 2021: 4. Ausgabe der Filmreihe im rbb

Die Filmreihe rbb QUEER geht 2021 in die vierte Runde

rbb QUEER: Am 24. Juni 2021 startet die vierte Staffel der nicht-heterosexuellen Filmreihe! TV-Premieren donnerstags: Die Filmreihe jenseits der Hetero-Norm: großes Kino mit Liebesgeschichten, Coming-of-Age-Filmen und Beziehungsdramen. Die Filme, die Sendetermine! Vom 24. Juni bis zum 5. August laufen donnerstags am späten Abend insgesamt sieben queere Filme aus Europa, sechs davon als Free-TV-Premieren.

Unter dem Titel rbb QUEER präsentiert das rbb Fernsehen auch 2021 eine eigene Filmreihe jenseits der Hetero-Norm: großes Kino mit Coming-of-Age-Geschichten, romantischen Komödien und Road Movies.

Unmittelbar vor jeder Ausstrahlung stellt rbb-Filmexperte Knut Elstermann die cineastischen Highlights vor und liefert Hintergrundinformationen zu ihrer Entstehung und Rezeption.

Die Filme sind nach ihrer Ausstrahlung für 14 Tage in der ARD-Mediathek zu sehen, "Bonnie & Bonnie" ist für drei Monate abrufbar.

Alle Filme der nicht-heterosexuellen Filmreihe rbb QUEER in der Übersicht:

Donnerstag, 24. Juni 2021, 23.15 Uhr
"Die glitzernden Garnelen" (Originaltitel: Les crevettes pailletées), Frankreich 2019, OmU, deutsche Erstausstrahlung
Regie: Maxime Govare & Cédric Le Gallo, Darsteller: Nicolas Gob, Alban Lenoir

Nach einem homophoben Statement im Fernsehen wird der Vize-Schwimmweltmeister Matthias Le Goff von seinem Verband zu einem besonderen Job verdonnert: Er muss die schwule Wasserball-Mannschaft "Die glitzernden Garnelen" trainieren und für die Gay Games in Kroatien fit machen.

Den Auftakt der vielfältigen Reihe macht am 24. Juni um 23.15 Uhr die französische Sportkomödie "Die glitzernden Garnelen" von Maxime Govare und Cédric Le Gallo. Der Publikumshit, der in Frankreich mehr als 500.000 Zuschauer:innen in die Kinos lockte, erzählt die Geschichte einer schwulen Wasserballmannschaft und ihrer Reise zu den Gay Games nach Kroatien. Trainiert werden "Die glitzernden Garnelen" dabei ausgerechnet von einem heterosexuellen Vize-Weltmeister, der wegen eines homophoben Statements von seinem Verband zu dem besonderen Job verdonnert wurde. Der vielstimmige Film über die Kraft der queeren Gemeinschaft feiert das Anderssein ebenso wie den Spaß am glamourösen Exzess.

Donnerstag, 1. Juli 2021, 23.15 Uhr
"Bonnie & Bonnie", Deutschland 2019
Regie: Ali Hakim, Darstellerinnen: Emma Drogunova, Sarah Mahita

Die in Hamburg-Wilhelmsburg aufgewachsene albanisch-stämmige Yara führt eine heimliche Liebesbeziehung mit der etwas älteren, unerschrockenen Kiki. Ausgerechnet Kiki, für die sich auch Yaras unberechenbarer Bruder Bekim interessiert. Was zwischen den beiden Mädchen mit Knistern und einer Wunde an Yaras Hals beginnt, wird schnell zu mehr. Doch niemand darf von der unmöglichen Liebe wissen, auch nicht Yaras Wilhelmsburger Clique. Um trotzdem zusammen sein zu können, werden Kiki und Yara zu Bonnie & Bonnie.

Auf die Straße zieht es auch Yara und Kiki in dem romantischen Road Movie "Bonnie & Bonnie" (1. Juli, 23.15 Uhr) von Ali Hakim. Yara lebt mit ihrer albanisch-stämmigen Familie in Hamburg-Wilhelmsburg. Als sie der toughen Kiki begegnet, ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch weder ihr konservativer Vater noch ihr Bruder dürfen von der Beziehung etwas wissen. Wie ihre filmhistorischen Vorbilder Bonnie und Clyde müssen Yara und Kiki in die Weite aufbrechen, um ihre Liebe zu leben.

Donnerstag, 8. Juli 2021, 23.25 Uhr
"Lola und das Meer" (Originaltitel: Lola vers la mer), Belgien/Frankreich 2019, OmU, deutsche Erstausstrahlung, Regie: Laurent Micheli, Darsteller:innen: Mya Bollaers, Benoît Magimel

Lola ist 18, hat pinke Haare und macht gerade ihr Diplom als Veterinär-Assistentin. Als ihre Mutter Catherine stirbt, sorgt ihr Vater Philippe dafür, dass sie die Trauerfeier verpasst. Vor zwei Jahren hatte Philippe den Kontakt zu ihr abgebrochen, weil er das Trans-Coming-out "seines Sohns" nicht akzeptieren konnte. Doch Lola ist entschlossen, ihrer Mutter den letzten Wunsch zu erfüllen.

In "Lola und das Meer" (8. Juli, 23.25 Uhr) von Laurent Micheli bietet ein Road-Trip hingegen die Chance auf eine familiäre Annäherung. Lola reist mit ihrem Vater, der sie bisher nie als trans Frau akzeptiert hat, an die belgische Küste, um ihre verstorbene Mutter beizusetzen. Für ihre einfühlsame Darstellung wurde Mya Bollaers als erste trans Person mit dem belgischen Filmpreis "Magritte" ausgezeichnet. An ihrer Seite spielt der französische Kinostar Benoît Magimel.

Donnerstag, 15. Juli 2021, 23.25 Uhr
"Benjamin", Großbritannien 2018, OmU, deutsche Erstausstrahlung
Regie: Simon Amstell, Darsteller: Colin Morgan, Phénix Brossard

Sieben Jahre hat Benjamin an seinem zweiten Spielfilm gearbeitet: einem autobiografischen Drama über Liebe und Einsamkeit, in dem er selbst die Hauptrolle spielt. Am Vorabend der Premiere lernt er in einer Bar den französischen Sänger Noah kennen und fühlt sich wie magisch zu ihm hingezogen. Doch ist Benjamin gerade jetzt, wo seine Karriere auf der Kippe steht, bereit für die wahre Liebe?

In diesem Jahr präsentiert rbb QUEER gleich zwei Highlights des nicht-heterosexuellen Kinos aus Großbritannien. In "Benjamin" (15. Juli, 23.25 Uhr) hört die titelgebende Hauptfigur, ein junger Regisseur in der Sinnkrise, den charismatischen französischen Musiker Noah in einer Londoner Bar singen und verknallt sich sofort. Doch ist Benjamin wirklich bereit für die große Liebe? In der schwulen Romanze des gefeierten britischen Stand-up-Comedian Simon Amstell glänzen Colin Morgan ("Merlin") und Phénix Brossard ("Departure") als introvertiertes Liebespaar.

Donnerstag, 22. Juli 2021, 23.25 Uhr
"Küss mich" (Originaltitel: Kyss mig), Schweden 2011, OmU, deutsche Erstausstrahlung
Regie: Alexandra-Therese Keining, Darstellerinnen: Ruth Vega Fernandez, Liv Mjönes

Mia ist mit ihrem Verlobten Tim zur Geburtstagsfeier ihres Vaters gekommen, auf der die beiden dessen neue Frau kennen lernen sollen. Einer Familienerweiterung steht Mia skeptisch gegenüber, da sie die Trennung ihrer Eltern noch nicht verwunden hat. Doch dann lernt sie ihre selbstbewusste zukünftige Stiefschwester Frieda kennen, die ungeahnte Gefühle in ihr auslöst.

Mit "Küss mich" (22. Juli, 23.25 Uhr) ist ein Klassiker des jüngeren lesbischen Kinos erstmals im Fernsehen zu sehen. Regisseurin Alexandra-Therese Keining erzählt darin in den warmen Farben des schwedischen Sommers die Liebesgeschichte zwischen Mia, die eigentlich mit Tim verlobt ist, und ihrer neu gewonnen Stiefschwester Frieda. Für beide steht viel auf dem Spiel: feste Beziehungen, Pläne für die Zukunft und der Familienfrieden. Doch ihre Gefühle füreinander trotzen allen Widerständen. Neben Ruth Vega Fernandez und Liv Mjönes ist der schwedische Schauspielstar Krister Henriksson, bekannt durch seine Darstellung des TV-Kommissars Kurt Wallander, in der Rolle des Stiefvaters zu sehen.

Donnerstag, 29. Juli 2021, 23.30 Uhr
"Just Friends" (Originaltitel: Gewoon Vrienden), Niederlande 2018, OmU, deutsche Erstausstrahlung
Regie: Ellen Smit, Darsteller: Majd Mardo, Josha Stradowski

Yad kommt für den Sommer in die holländische Kleinstadt, in der seine Eltern leben. Fernab vom wilden Partyleben der Metropole will er sich hier über seine Zukunft klar werden. Als Haushaltskraft verdient er sich bei der rüstigen alten Dame Ans etwas Geld dazu. Als er Ans' attraktiven Enkel Joris kennenlernt, knistert es sofort zwischen den beiden jungen Männern.

Die rasante romantische Komödie "Just Friends" (29. Juli, 23.30 Uhr) spielt in einer holländischen Kleinstadt und bringt ein hinreißendes Paar zusammen: Ex-Surflehrer und Ex-Medizinstudent Yad und Fitness-Junkie Joris. Nach ersten Startschwierigkeiten lassen die beiden zusammen Drohnen steigen, daten stilecht im American Diner und versuchen zu surfen, ohne nass zu werden. In "Just Friends" geht es nicht nur um die große Liebe, sondern auch ganz nebenbei um richtige und falsche Zukunftspläne, kulturelle Vorurteile und unverarbeitete Trauer. Ein umwerfend charmanter queerer Sommerfilm, nicht zuletzt auch aufgrund seiner wunderbar skurrilen Nebenfiguren.

Donnerstag, 5. August 2021, 23.30 Uhr
"Postcards from London", Großbritannien 2018, OmU, deutsche Erstausstrahlung
Regie: Steve McLean, Darsteller: Harris Dickinson, Jonah Hauer-King

Der Kleinstadtjunge Jim kommt nach London, um dort sein Glück zu finden. In der ersten Nacht wird er ausgeraubt und muss auf der Straße übernachten. Dort hört er von den "Raconteurs", einer Gruppe von feingeistigen Escorts mit enzyklopädischem Wissen über die schönen Künste, die sich auf das geschliffene Gespräch vor und nach dem Sex spezialisiert haben. Jim schließt sich den Jungs an.

Den prächtigen Abschluss der Reihe bildet am 5. August um 23.30 Uhr das kunstdurchflutete Coming-of-Age-Drama "Postcards from London". Regisseur Steve McLean erzählt darin die Geschichte des bildhübschen Kleinstadtjungen Jim, der auf Glückssuche nach London kommt und ausgerechnet bei den "Raconteurs" anheuert - einer Gruppe von feingeistigen Escorts, die sich auf das geschliffene Gespräch vor und nach dem Sex spezialisiert haben. Mit seinem Aussehen könnte Jim es zum Stricher-Star bringen, wenn er bloß nicht immer beim Anblick wahrer Kunst in Ohnmacht fallen würde. McLeans sinnlich stilisierte Ode an die käufliche Liebe lässt von Rainer Werner Fassbinders "Querelle" über Derek Jarmans "Caravaggio" bis zu Gus Van Sants "My Private Idaho" zahlreiche Anleihen an die queere Filmgeschichte aufblitzen. Sein Film ist dabei, nicht zuletzt dank seines famosen Hauptdarstellers Harris Dickinson ("Beach Rats"), selbst ein Meisterstück.

 

In Kenia, wo Homosexualität unter Strafe steht, ist die Liebe zwischen Ziki (Sheila Munyiva) und Kena (Samantha Mugatsia) ein Wagnis. Bild: Sender / rbb / Salzgeber
In Kenia, wo Homosexualität unter Strafe steht, ist die Liebe zwischen Ziki (Sheila Munyiva) und Kena (Samantha Mugatsia) ein Wagnis. Bild: Sender / rbb / Salzgeber