Ö1 Hörspiel „Imiona nurtu. Die Namen der Strömung“ von Kai Grehn
Sa, 07.11. | 14:00-15:00 | Ö1
Jemandem, der nicht mehr für sich selbst sprechen kann, die eigene Stimme zu leihen, bildet den Ausgangspunkt von Kai Grehns „Imiona nurtu. Die Namen der Strömung“. Menschen aus ganz Europa haben aus den Sterbebüchern von Auschwitz Namen von Ermordeten ausgewählt und eingesprochen. Zu hören sind ihre Namen, Geburtsorte und Geburtsdaten. Jeder einzelne Name steht für ein ausgelöschtes Leben. Kai Grehn verbindet diese Stimmen mit Gedichten von Tadeusz Borowski, der Auschwitz überlebte und in seinen Gedichten und Texten die Erfahrungen der Lagerhaft verarbeitete. Gelesen werden die Gedichte von Alexander Fehling und Rafael Stachowiak. Hinzu kommen Geräuschaufnahmen, die in den ehemaligen Häftlingsbaracken von Auschwitz II-Birkenau entstanden sind.So entsteht kein Hörspiel im herkömmlichen Sinn, sondern ein Hörspiel-Oratorium und akustisches Erinnerungswerk. Über die Arbeit daran sagt der Schauspieler Alexander Fehling: „Es ist immer ein ganz schmaler Grat auf dem Gedichte anfangen zu klingen. Und hier ganz besonders, wegen des unfassbaren Alptraums von dem sie erzählen. Wobei man sagen muss, dass es dahinter eben auch um vieles andere geht. Nämlich wie ein extrem sensibler junger Mann seine Umwelt wahrnimmt; wovon er träumt, wenn er die Augen schließt; wo er sich Trost erhofft, was ihm heilig ist oder was er in sich selbst findet, wenn es draußen nichts mehr zu suchen gibt."In seiner ruhigen, beinahe rituellen Form verbindet "Imiona nurtu. Die Namen der Strömung“ Vergangenheit und Gegenwart und lädt dazu ein, zuzuhören und berührt auszuhalten. „Imiona nurtu. Die Namen der Strömung“ von Kai Grehn. Unter Verwendung der Sterbebücher von Auschwitz und von Gedichten von Tadeusz Borowski, Übersetzung aus dem Polnischen: Kai Grehn und Aleksandra Ambrozy. Mit Alexander Fehling, Rafael Stachowiak, Besucherinnen und Besuchern der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau und Menschen aus ganz Europa, Geräuschaufnahmen: Jean Szymczak und Kai Grehn, Wortaufnahmen: Martin Seelig und Jean Szymczak, Ton und Technik: Jean Szymczak, Produktions- und Regieassistenz: Julia Weinreich, Dramaturgie: Manfred Hess und Pia Frede, Regie: Kai Grehn (SWR/DLF 2025)
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