Unkraut Artenspürhunde – Schnüffeln für den Artenschutz

Mo, 26.10.  |  19:00-19:30  |  BR
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Ein unscheinbarer Bach bei Landshut, dicht gesäumt von Brennnesseln: Hier beginnt die Spurensuche von Arnie. Der Berger de Picardie ist kein gewöhnlicher Hund, sondern ein ausgebildeter Artenspürhund.
Artenspürhunde wie Arnie eröffnen dem Artenschutz neue Möglichkeiten. Sie können Käfer finden, die nur nachts aktiv sind, ohne diese mit Fallen fangen zu müssen. Sie entdecken versteckt lebende Amphibien oder Reptilien, wie Kreuzottern, die viel im Verborgenen leben.

Ein unscheinbarer Bach bei Landshut, dicht gesäumt von Brennnesseln: Hier beginnt die Spurensuche von Arnie. Der Berger de Picardie ist kein gewöhnlicher Hund, sondern ein ausgebildeter Artenspürhund. Gemeinsam mit seiner Besitzerin, der Biologin Irene Wagensonner, soll er eine Aufgabe lösen, an der Menschen schnell an ihre Grenzen kommen: Das Aufspüren streng geschützter, fast unsichtbarer Tierarten.

An diesem Tag jagt Arnie dem Geruch einer vom Aussterben bedrohten Art nach - der Bachmuschel. Niemand weiß, ob es in dem Bach noch welche gibt. Ohne Arnie müsste die Biologin den Bach mühsam Meter für Meter absuchen - mit dem Risiko, die empfindlichen Tiere zu übersehen oder versehentlich zu zertreten.

Artenspürhunde wie Arnie eröffnen dem Artenschutz neue Möglichkeiten. Sie können Käfer finden, die nur nachts aktiv sind, ohne diese mit Fallen fangen zu müssen. Sie entdecken versteckt lebende Amphibien oder Reptilien, wie Kreuzottern, die viel im Verborgenen leben. Im Bayerischen Wald testet der Kreuzotterspezialist Paul Hien Arnies Fähigkeiten: Bei kühlem Wetter zeigt sich keine einzige Schlange. Doch Arnie markiert gleich mehrfach Stellen in einem Steinriegel - genau dort, wo Hien im Frühjahr zahlreiche Kreuzottern beobachtet hat. Für ihn ist klar: Der Hund kann Vorkommen belegen, auch wenn kein Tier zu sehen ist. Ein unschätzbarer Vorteil, etwa wenn über Bauprojekte in sensiblen Lebensräumen entschieden wird.

Während Arnie bereits routiniert arbeitet, steht seine Tochter Lupa noch am Anfang ihrer Karriere. In sorgfältig aufgebauten Trainings lernt sie zunächst, harmlose Zielgerüche wie Gewürze von sehr ähnlichen Düften zu unterscheiden - und den richtigen Fund durch Hinsetzen anzuzeigen. Trotz jugendlichem Übermut und Kameratechnik, die sie zunächst irritiert, zeigt sie, wie viel Talent in ihr steckt. In etwa einem Jahr wird sie ihren Vater bei Einsätzen im Gelände unterstützen.

Arnie und Lupa machen mit ihrer Nase sichtbar, was für uns sonst unsichtbar bliebe. Sie helfen, seltene Arten zu entdecken, bevor sie verschwinden - und zeigen, wie innovative Methoden den Artenschutz entscheidend voranbringen können.

Wie genau Arnie und Lupa arbeiten - und welche Entdeckungen sie dabei machen - zeigt die Unkraut Reportage "Artenspürhunde - Schnüffeln für den Artenschutz".

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