ttt - titel thesen temperamente Moderation: Thilo Jahn
So, 25.10. | 23:35-0:05 | Das Erste
* Breitscheidplatz 19/12 – ARD-Serie über den Berliner Terroranschlag
* Bücher opfern für die KI? – Wie Techfirmen Antiquariate leer kaufen
* „Nach der Sonne schauen“ – Martina Hefters Roman zwischen Tagebau und Zukunft
* „491 Tage in russischer Haft“ - Tagebuch eines US-Journalisten
Evan Gershkovich war 26 Jahre alt, als er 2017 nach Moskau kam, um als Journalist aus Russland zu berichten. Obwohl er in den USA geboren wurde und die US-Staatsbürgerschaft hatte, war er kein „normaler“ Amerikaner in Russland: Gershkovich Eltern waren als sowjetische Juden in die USA eingewandert. Seine Mutter wurde in Leningrad geboren, sein Vater in Odessa. Er hat die Kultur der untergegangenen Sowjetunion kennengelernt. Zu Hause in Princeton wurde Russisch gesprochen, es gab russische Küche und sowjetische Zeichentrickfilme. Und so war Russland für Evan Gershkovich einerseits ein Abenteuer und andererseits auch eine Reise in ein Stück Heimat. Über seine Sprachkenntnisse und über seine journalistische Arbeit knüpfte Gershkovich sehr schnell Kontakte in die politischen Netzwerke Russlands. Während er politisch hochbrisante Themen recherchierte, braute sich über ihm etwas zusammen: Im Westen waren mehrere russische Bürger verhaftet und verurteilt worden. Die Anklagen lauteten: Waffenhandel und Spionage. Russland begann seinerseits US-Bürger zu verhaften. 2019 dann der Berliner-Tiergartenmord, dessen Täter Wadim Krassikow 2021 zu lebenslang Haft verurteilt wurde. Putin wollte diesen Mann unbedingt freibekommen. 2023 stellt der russische Inlandsgeheimdienst FSB Evan Gershkovich eine Falle. Er wurde wegen Spionage verhaftet und erhielt 16 Jahre Lagerhaft. Von denen saß Gershkovich 16 Monate im Gefängnis, bevor er und weitere 25 Inhaftierte beim größten Gefangenenaustausch seit dem kalten Krieg gegen den Tiergartenmörder freikam.
Jetzt beschreibt Gershkovich diese 491 Tage in Haft in seinem Buch: „Dieses verfluchte wunderschöne Land“.
* Breitscheidplatz 19/12 – ARD-Serie über den Berliner Terroranschlag
Einer der schwersten Terroranschläge in der Geschichte der Bundesrepublik.
Wie konnte es dazu kommen? Hätte der Terroranschlag verhindert werden können? Wurden Warnsignale ignoriert? Gab es Versäumnisse bei den Ermittlungen? Hätte der Täter Anis Amri vor seiner Tat festgenommen werden können?
Entlang wahrer Begebenheiten und genauer Recherchen erzählt die sechsteilige ARD-Thrillerserie „Breitscheidplatz 19/12“ eine fiktive Chronologie der Ereignisse, die von 2015 bis zur Tragödie auf dem Breitscheidplatz führen.
Vor zehn Jahren, am 19. Dezember 2016, verübt der Tunesier Anis Amri im Namen des islamischen Staates einen Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt. 13 Menschen sterben, über 60 werden verletzt. Die ARD-Serie „Breitscheidplatz 19/12“ erzählt fiktional von den Monaten vor dem Anschlag und rekonstruiert das Geschehen im Vorfeld. Der Schauspieler Albrecht Schuch spielt den Staatsschützer Frank Laudin, der in Nordrhein-Westphalen zu islamistischen Gruppen ermittelt, die mit dem islamischen Staat zusammenarbeiten. Hier gerät auch der spätere Attentäter Anis Amri ins Blickfeld der Polizei. Doch Frank Laudins Warnungen werden vom BKA in Berlin nicht ernst genug genommen. Streitigkeiten um Zuständigkeiten, politische Interessen und bürokratische Hemmnisse behindern die Arbeit der Ermittlungen. Die Serie wirft brisante Fragen auf; wie hätte der Anschlag verhindert werden können? Gab es Versäumnisse bei den Ermittlungen? Die Schauspielerin Bayan Layla spielt die junge Polizistin Isra, die im Film den Spuren Anis Amris nachgeht. Bayan Layla floh 2014 aus Syrien vor dem Krieg und dem IS nach Deutschland und war am Tag des Anschlags auf den Breitscheidplatz in Berlin. Mit ihr spricht "ttt" über die Serie und ihre Rolle.
„Breitscheidplatz 19/12“ ab 30. Oktober in der Mediathek und am 1. und 6. November im Ersten.
* Bücher opfern für die KI? – Wie Techfirmen Antiquariate leer kaufen
Seit einigen Wochen werden in deutschen Antiquariaten ungewöhnlich große Buchbestellungen getätigt. Eine kanadische Online-Plattform bestellt Bücher, die vor 2022 erschienen sind, und verschifft sie in die USA. Gutes Geschäft für Antiquare – doch was steckt dahinter?
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