Wahl 2026 im ZDF

Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern Live aus dem ZDF-Wahlstudio in Schwerin

So, 20.09.  |  19:25-20:15  |  ZDF
Untertitel/VT  Länge: 50 Min.

Zwei Wochen nach der Wahl in Sachsen-Anhalt und in politisch turbulenten Zeiten wählt Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Landtag und Berlin ein neues Abgeordnetenhaus.

In Schwerin könnte die SPD nach neun Jahren die Staatskanzlei verlieren. In Berlin zieht der Regierende Bürgermeister seine Kandidatur nur zehn Wochen vor dem Wahltermin zurück und die CDU muss sich neu sortieren.

Es sind die letzten zwei Entscheidungen in diesem Wahljahr. Es gehe um nichts weniger als eine Richtungsentscheidung zwischen ihr und den "Blauen", betont SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in diesem Wahlkampf immer wieder. Kann ihre Partei, kann sie noch etwas drehen, um ihren Rückstand zur AfD in den Umfragen zu verringern? Seit 2017 ist Schwesig Ministerpräsidentin, meist mit hohen persönlichen Zustimmungswerten. Doch zuletzt lag ihre Partei deutlich hinter der AfD.

Das Ziel der AfD ist klar formuliert: Wie auch in Sachsen-Anhalt strebt sie eine Regierungsübernahme an. Neben dem Spitzenkandidaten Enrico Schult tritt deswegen der Bundestagsabgeordnete Leif-Erik Holm zusätzlich als Ministerpräsidentenkandidat auf. Über 35 Prozent wie zuletzt in den Umfragen reiche ihm nicht, er wolle mehr, erklärte Holm.

Ob es für ihn am Ende reichen könnte, hängt sehr vom Ergebnis der Grünen ab. Schaffen sie mit Claudia Müller an der Spitze den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde, könnte es gemeinsam mit SPD und Linken für ein neues Koalitionsbündnis reichen. Zurzeit regieren SPD und Linke gemeinsam, mit deren Spitzenkandidatin Simone Oldenburg als stellvertretende Ministerpräsidentin.

Gegen ein rot-rot-grünes Bündnis und gegen die AfD kämpft die CDU mit Daniel Peters, der zuletzt über die Landesgrenze hinaus bekannt wurde, als er als erster Unionspolitiker Jens Spahns Rücktritt forderte. Die Aufmerksamkeit im Landeswahlkampf aber liegt auf dem Duell SPD – AfD. Dass der sächsische CDU-Ministerpräsident Kretschmer dann noch in einem Zeitungsinterview Werbung für Schwesig machte, konnte der CDU im Norden nicht gefallen.

Und auch in Berlin ist der Wahlkampf der Union alles andere als ein Selbstläufer. Nach mehreren Skandalen und schlechten persönlichen Beliebtheitswerten, zog zehn Wochen vor Wahltermin der amtierende Bürgermeister Kai Wegner seine Kandidatur zurück. Finanzsenator Stefan Evers übernahm, seitdem stiegen die Werte der CDU.

Seit Monaten liegen die Umfragewerte von CDU, SPD, Linke, AfD und Grüne so nah beieinander, dass offen ist, wer am Ende die Nase vorn haben könnte.

Klar ist aber: Die einstigen Volksparteien CDU und SPD sind in Berlin geschrumpft. Die SPD schickt Steffen Krach ins Rennen. Die früheren Kleinen, die Linke mit Elif Eralp an der Spitze, die Grünen mit Werner Graf und die AfD mit Kristin Brinker, holen deutlich auf.

Der Wahlkampf ist bisher geprägt von Themen wie Miete, Verkehr, Bildung. Der Anschlag auf den CSD Ende Juli könnte das nun ändern. Schafft es die CDU mit ihrem gerade frisch gekürten Spitzenkandidaten? Oder wird die Hauptstadt zukünftig von einer linken Bürgermeisterin regiert? Rot-Rot-Grün oder eine Koalition aus CDU, SPD und Grünen - alles möglich.

Das SPD-geführte Mecklenburg-Vorpommern und das CDU-regierte Berlin könnten unterschiedlicher kaum sein: Hier eines der demografisch ältesten und am dünnsten besiedelten Bundesländer Deutschlands, dort die junge, wachsende Hauptstadt. Eines aber verbindet beide: Die Wahlen am 20. September dürften weit über die Landesgrenzen hinaus Signalwirkung entfalten. Kommt es zu einem Rechtsruck im Norden? Zu einem Linksruck in Berlin? Die Bundes-SPD wird mit besonderer Aufmerksamkeit nach Schwerin blicken, die CDU nach Berlin.

Das ZDF sendet an diesem Abend live aus dem Wahlstudio mit Blick auf einen der schönsten Landtage in Deutschland, das Schweriner Schloss. Von dort begrüßt ab 17.40 Uhr ZDF-Politikchefin Shakuntala Banerjee die Zuschauerinnen und Zuschauer. An ihrer Seite Parteienforscher Karl-Rudolf Korte und "heute-journal"-Leiter Stefan Leifert, der gemeinsam mit der Forschungsgruppe Wahlen (FGW) Zahlen und Analysen liefert. Aus Berlin berichtet ZDF-Landesstudioleiter Stephan Merseburger direkt aus dem Abgeordnetenhaus.

Ab 19.30 Uhr begrüßt ZDF-Hauptstadtstudioleiterin Diana Zimmermann ihre Gäste aus allen im Bundestag vertretenen Parteien zu einer Gesprächsrunde in Berlin.

Begleitet wird der Wahlabend auch online, im Live-Stream auf zdf.de und in der ZDFheute-App. Dort sind auch jederzeit alle Informationen, Statements von Bundes- und Landespolitikerinnen und -politikern, neueste Prognosen und Hochrechnungen abrufbar.

Im Liveblog auf ZDFheute können Userinnen und User den gesamten Wahltag und Wahlabend mitverfolgen – mit allen aktuellen Entwicklungen, Beobachtungen und Ereignissen rund um die beiden Wahlen. Dort berichten auch die ZDF-Reporterinnen und Reporter direkt von den Wahlfeiern der Parteien und liefern fortlaufend Eindrücke, Reaktionen und Analysen.

Auf youtube.com/@ZDFheute, facebook.com/ZDFheute/ und Instagram /zdfheute/ werden die interessantesten Stimmen der Wahlgewinner und -verlierer gesammelt, dazu erfahren Nutzerinnen und Nutzer in Erklärgrafiken die spannendsten Analyseergebnisse der FGW zur Wahl.



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