Der gebürtige Kitzbüheler Peter Aufschnaiter nahm 1929 und 1931 an den ersten deutschen Himalaya-Expeditionen teil und leitete 1939 die Nanga-Parbat-Expedition. Dabei kam er gemeinsam mit Heinrich Harrer in Indien in britische Gefangenschaft, aus der sie auf abenteuerlichste Weise nach Tibet flüchteten. Während Harrer die gemeinsamen Erlebnisse sehr öffentlichkeitswirksam verwendete und speziell mit seinem Buch „Sieben Jahre in Tibet“ berühmt wurde, mied Aufschnaiter Zeit seines Lebens die Öffentlichkeit. Er geriet in Vergessenheit – und mit ihm auch eine Version der Geschichte über die bekannteste Flucht der Welt, die sich von jener Harrers deutlich unterscheidet. Dabei waren Aufschnaiters Willenskraft, sein Organisationstalent und seine Orts- bzw. Sprachkenntnisse entscheidend für die erfolgreiche Flucht nach und durch Tibet. In Lhasa wurde der studierte Agrarwissenschafter zum ersten Entwicklungshelfer Tibets, er plante die erste Kanalisation Lhasas, baute ein Wasserkraftwerk und betrieb Wiederaufforstung.
Sieben Jahre in Tibet: Die Geschichte der Flucht zweier österreichischer Kriegsgefangener in die verbotene Stadt Lhasa. Berühmt ist damit nur einer der beiden geworden: Heinrich Harrer. Sein Buch wurde millionenfach verkauft, von Hollywood verfilmt. Doch kaum jemand kennt den Mann hinter Harrer – Peter Aufschnaiter. Er blieb in Tibet, als Harrer längst geflohen war.
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