Stimmen hören Abbados Mozart
Do, 09.07. | 14:05-15:30 | Ö1
Das letzte der vielen Orchester, die Claudio Abbado – immer am Absprung weg von den „Schlachtschiffen“ des Musikbetriebs – gründete, berief sich in der Namensgebung nicht mehr auf Gustav Mahler, sondern auf Wolfgang Amadeus Mozart. „Orchestra Mozart“ – Spiegelbild der späten „Bekehrung“ Abbados zum Wiener Klassiker? Speziell in der Zeit als musikalischer Leiter der Wiener Staatsoper war Abbado für seine Mozart-Opern-Abstinenz kritisiert worden; nur zu „Figaro“- und „Giovanni“-Dirigaten im Theater an der Wien bequemte er sich (je mit Ruggero Raimondi, Cheryl Studer, Lucio Gallo). Wer sucht, der findet „Figaros Hochzeit“ auch in einem älteren Live-Mitschnitt aus Abbados Ära an der Mailänder Scala (kurioserweise mit Hermann Prey und Mirella Freni als Graf und Gräfin Almaviva). In der Endzeit seiner Chef-Bindung an die Berliner Philharmoniker schuf sich Caudio Abbado dann sein Mozart-Opern-Altersrefugium zwischen Ferrara und Modena, und dort fand er auch zu „Così fan tutte“ und der „Zauberflöte“ (diese mit René Pape, Dorothea Röschmann, Christoph Strehl, Hanno Müller-Brachmann vollends „deutsch“ besetzt).
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