Badeschluss - Das Ende der Schwimmbäder Film von Kim Kadlec
Das Schwimmbad um die Ecke war lange selbstverständlich. Doch es wird zum Luxus, den sich viele Orte nicht mehr leisten können. In Österreich stehen Gemeinden vor schweren Entscheidungen.
Steigende Energiekosten, Sanierungsstaus und leere Gemeindekassen führen dazu, dass immer mehr Frei- und Hallenbäder schließen müssen. - Eine Reportage über den verzweifelten Kampf der Gemeinden um den Erhalt von Bädern, die nicht mehr finanzierbar sind.
In Schönberg am Kamp im niederösterreichischen Waldviertel ist das Freibad seit einem Jahr geschlossen. "Wir scheitern kläglich an den Kosten. In der jetzigen Situation haben wir kein Geld für eine Sanierung des Schwimmbads", sagt Bürgermeister Alois Naber. Eine Bürgerinitiative hat sich nun zum Ziel gesetzt, das Schwimmbad doch noch zu retten. Eine Bewohnerin sagt: "Ich habe dort schwimmen gelernt. Meine vier Kinder lieben das Wasser. Sie können sich Schönberg ohne Schwimmbad gar nicht vorstellen."
Doch die Situation muss nicht immer so ausweglos sein. In Pinkafeld im Burgenland konnte sich die hoch verschuldete Gemeinde das Hallenbad nicht mehr leisten - dann wurde es vom Land Burgenland gerettet, zur Freude der Badegäste. Ein Pensionist ist überzeugt: "Die Schwimmbäder können gar nicht zu teuer sein. Wissen Sie wie hoch die Kosten für das Gesundheitssystem sind, wenn die Leute krank werden, weil sie sich zu wenig bewegen?" Bademeister Werner Ulreich stimmt ihm zu: "Ich finde ein Schwimmbad ist wie ein Kinderspielplatz. Diese Dinge muss die öffentliche Hand einfach zur Verfügung stellen."
Am "Schauplatz"-Reporterin Kim Kadlec war im Sommer in mehreren österreichischen Bundesländern unterwegs und dokumentiert, wie Hallen- und Freibäder nach und nach verschwinden und welche Folgen das für alle hat. Sie zeigt auch, wie engagierte Bürgerinnen und Bürger versuchen, Schwimmbäder zu retten – und sie notfalls sogar selbst betreiben, damit Kinder auch in Zukunft vor Ort schwimmen lernen können.
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