Peenemünde - Vom geheimen Militärkomplex zum Naturparadies Film von Nicolas Hecker und Martina Treusch
Am äußersten Rand Deutschlands, abgeschieden und nur von der Ostsee umgeben, liegt Peenemünde – die nördliche Spitze der Insel Usedom.
Der Aufstieg und Untergang eines geheimen Militärkomplexes im Zweiten Weltkrieg haben sich dort tief in die Landschaft eingeschrieben und prägen sie bis heute. Eine Landschaft der Kriegsgeschichte, die sich die Natur inzwischen zurückerobert hat.
Wo einst ein verschlafenes Fischerdorf lag, bauten die Nationalsozialisten innerhalb weniger Jahre einen riesigen industriellen Militärkomplex. Mehr als 10.000 Menschen, darunter auch etwa 1500 Zwangsarbeiter, lebten zeitweise in der 25 Quadratkilometer großen "Heeresversuchsanstalt", um im Geheimen Raketen und sogenannte Vergeltungswaffen zu entwickeln und zu testen.
Die Alliierten enttarnen dieses Raketenforschungsgelände. Luftangriffe folgen, bei denen 11.000 Sprengbomben sowie rund 93.000 Brandbomben über dem Landstrich niedergehen. Bis heute sind diese Narben in die Landschaft eingeschrieben, und weite Teile des Areals sind noch immer vermintes Sperrgebiet. Doch gerade diese Sperrung ist heute ein Glück für das Gelände – es hat sich zu einem Refugium für seltene, geschützte Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Auch immer mehr menschliches Leben kehrt auf die Insel zurück.
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