Abschluss: Wim Wenders Filmreihe zum 70. Geburstag

Happy Birthday, Wim Wenders!

2015 ist ein besonderes Jahr für Wim Wenders. Nach Oscar-Nominierung, Berlinale-Premiere und großer Retro in New York feiert der Star-Regisseur am 14. August seinen 70. Geburtstag.

ZDF zeigt Free-TV-Premiere „Bis ans Ende der Welt“

Wim Wenders gehört zu den bedeutendsten und bekanntesten Regisseuren. Am Freitag, 14. August 2015, wird er 70 Jahre alt. Das ZDF zeigt aus diesem Anlass um 1.10 Uhr die Free-TV-Premiere des viereinhalb Stunden langen Director‘s Cut "Bis ans Ende der Welt". Das Roadmovie ist einer der beiden Abschlussfilme der zwölfteiligen Reihe von ZDF, 3sat und ARTE anlässlich des runden Geburtstags von Wenders. Am Samstag, 15. August 2015, 0.30 Uhr, steht der Film "Der amerikanische Freund" am Ende der filmischen Hommage.

Der 1990 entstandene Film "Bis ans Ende der Welt" spielt vor dem Hintergrund einer apokalyptischen Bedrohung in der nahen Zukunft von 1999. Dennoch lassen sich weder der Wissenschaftler Dr. Farber (Max von Sydow) noch sein Sohn Sam (William Hurt) davon abhalten, ihrer blinden Frau und Mutter (Jeanne Moreau) das Sehen zu ermöglichen: Farber erfindet eine Technik, mit deren Hilfe die vom Gehirn eines Sehenden gespeicherten Bilder in das Sehzentrum eines Blinden gesendet werden können. Sam begibt sich auf eine Weltreise, um die Stationen des Lebens seiner Mutter für sie aufzuzeichnen. Die in ihn verliebte Französin Claire (Solveig Dommartin) und der Schriftsteller Eugene (Sam Neill) heften sich ebenso an seine Fersen wie ein Detektiv und ein paar obskure amerikanische Agenten, die eigene Interessen verfolgen.

Der Film sei "das epischste, längste und aufwändigste Projekt seines Lebens", sagt Wenders. Er habe zwölf Jahre für die Vorbereitung benötigt, ein ganzes Jahr auf vier Kontinenten und in zehn Ländern gedreht. "Am Schluss war der Film fünf Stunden lang, und niemand wollte sich darauf einlassen, ihn in dieser Länge zu zeigen, weder in einem noch in zwei oder mehreren Teilen. Ich bin dann gezwungen gewesen, ihn auf zweieinhalb Stunden runterzustutzen, bis nur noch ein trauriges Skelett übrig war."

Der Soundtrack stammt von Musikgrößen wie REM, Talking Heads, U2, Depeche Mode und Nick Cave and the Bad Seeds.

Das war die Filmreihe auf 3sat


3sat-Reihe Wim Wenders

Auftakt der Reihe ist mit der berühmteste Film des deutschen Autorenkinos. "Paris, Texas", Freitag, 7. August, 22.35 Uhr, wurde 1984 in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Ein melancholisches Road-Movie über eine zerfallende amerikanische Kleinfamilie mit Nastassja Kinski in der Hauptrolle.

Im Anschluss, um 0.55 Uhr, geht es mit der Erstausstrahlung "Kennwort Kino: Wim Wenders" weiter. In einem Interview spricht der Regisseur über Höhepunkte seiner Karriere, über die "Stunde Null" in Deutschland, "Lehrjahre" in Paris und seine Faszination für amerikanische Popkultur.

Am Sonntag, 9. August, 0.30 Uhr, zeigt 3sat "Land of Plenty". Ein Vietnam-Veteran aus L.A. leidet noch immer unter dem Krieg. Seine Nichte lockt ihn aus seiner Deckung, und beide begeben sich auf die Suche nach den Geistern der Vergangenheit. Wim Wenders wirft in seinem Road-Movie einen kritischen und zugleich zärtlichen Blick auf ein zerrissenes Amerika voller Angst und Armut.

Um 2.30 Uhr folgt "Palermo Shooting" mit Campino, dem Sänger und Frontmann der Band "Die Toten Hosen" in der Hauptrolle: Fotograf Finn befindet sich in einer Lebenskrise und reist nach Palermo, um zu sich zu finden. Dort hat er düstere Tagträume und begegnet neben verdrängten Ängsten auch der Restauratorin Flavia.

Als letzten Beitrag der Reihe sendet 3sat Wim Wenders Dokumentarfilm "Yamamoto - Aufzeichnungen zu Kleidern und Städten", um 4.15 Uhr, untersucht die Gemeinsamkeiten des Handwerks eines Filmemachers mit dem eines Modedesigners. Dieser "Tagebuchfilm", wie Wenders ihn nannte, besucht den in Tokio lebenden Yohji Yamamoto, der zu Beginn der 1980er Jahre die Modewelt in Paris und New York schockierte und revolutionierte.

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