forum demokratie Gescheiterte Demokratien - Chile 1973
So, 04.10. | 13:00-14:00 | Phoenix
04.10.2026 | Demokratien sterben auf sehr unterschiedliche Weise - mit einem lauten, abrupten Knall oder langsam und leise. Im letzteren Fall schafft sich eine Demokratie praktisch systemkonform selbst ab, wenn nämlich aus Wahlen diejenigen als Sieger hervorgehen, die später den Systemwechsel vollziehen. Für uns Deutsche war das der Untergang der Weimarer Republik und die Machtergreifung der Nationalsozialisten. Für Demokraten ein besonders schmerzlicher Vorgang, hat man es doch kommen sehen und eine demokratische Mehrheit nicht überzeugen können, die Demokratie zu verteidigen.
Es gibt aber auch den lauten Knall in Form eines Umsturzes oder Putsches. Ein Beispiel dafür ist Chile und der Putsch der Militärs gegen die Demokratie 1973. Ein Begriff wurde zum Synonym des antidemokratischen Umsturzes - die Junta. Der Frage, was damit genau gemeint ist und wie typisch die Ereignisse in Chile für die zweite Hälfte des 20 Jahrhunderts in der globalen Demokratiegeschichte sind, wollen wir heute nachgehen.
Das phoenix forum demokratie untersucht in der diesjährigen Staffel die Frage, warum Demokratien scheitern. Anhand von Fallbeispielen aus der Geschichte wollen wir daraus Schlussfolgerungen für die Gegenwart ziehen. Das Scheitern der Demokratie in Portugal 1926, der Weimarer Republik 1933 und Griechenland 1935 haben wir bereits in früheren Ausgaben betrachtet.
Diese Episode richtet den Blick auf Chile im Jahr 1973: auf das Ende der Demokratie unter dem demokratisch gewählten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende und der Errichtung einer brutalen Militärjunta unter Augusto Pinochet.
Wie im phoenix forum demokratie üblich, steht auch in dieser Folge der Dialog zwischen Politik und Wissenschaft im Mittelpunkt mit der Frage, welche Warnzeichen demokratischer Erosion die Geschichte sichtbar macht und was Demokratien heute daraus lernen können.
Moderatorin Michaela Kolster diskutiert mit ...
Claudia Gonzalez, Zeitzeugin 1973
Isabel Cademartori (SPD), stellv. Vorsitzende Parlamentariergruppe Cono Sur-Staaten im Bundestag
Markus Ferber (CSU), Delegation in der Parlamentarischen Versammlung Europa-Lateinamerika des EU-Parlaments
Prof. Stefan Rinke, Lateinamerika-Institut (LAI) Freie Universität Berlin
Im Verlauf der diesjährigen Staffel richtet sich der Blick auf den Zusammenbruch der Zweiten Republik in Griechenland 1935, den Militärputsch in Chile 1973, die Errichtung des Estado Novo in Portugal ab 1926 und die Zerstörung der Weimarer Republik 1933 in Deutschland.
Die Staffel schließt mit einer Sendung zu den bedrohten Demokratien der Gegenwart und der Frage, welche Lehren aus diesen historischen Entwicklungen für die Zukunft gezogen werden können.
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