Die Selbstverbrennung (Folge 2 von 12) von Hartmut Lange

Di, 11.08.  |  19:00-19:35  |  MDR Figaro
Stereo 
Die Nachricht von der Tat eines Pfarrers, der sich selbst verbrannt hat, beunruhigt die Hauptpersonen dieses Romans: Sempert, der in einem kleinen Dorf an der Elbe Ruhe sucht, um ein Traktat zu schreiben. Und Koldehoff, den Pfarrer dieser Gemeinde. Koldehoffs Tochter und Sempert verlieben sich ineinander. Bis ein weiteres Ereignis Sempert und Koldehoff auf unterschiedlichste Weise betrifft und betroffen macht.

Zum historischen Hintergrund: Am 18. August 1976 zündete sich der evangelische Pfarrer Oskar Brüsewitz vor der Michaeliskirche in Zeitz an. Mit einem Transparent hatte er zuvor gegen die Bildungs- und Kirchenpolitik der SED protestiert. Vier Tage später erlag er seinen schweren Verletzungen. Diese verstörende Protestaktion wird auch als "Fanal von Zeitz" beschrieben und beeinflusste Kirchen und DDR-Opposition. Der Suizid erschütterte Kirche und Staat.

Hartmut Lange, geboren 1937 in Berlin-Spandau, studierte an der Filmhochschule Babelsberg Dramaturgie. Für seine Dramen, Essays und Prosa wurde er vielfach mit Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschien von ihm der Novellenband "Am Osloer Fjord oder der Fremde" (2022). Lange lebt als freier Schriftsteller in Berlin.

Produktion: Stiftung St. Matthäus 2024

Mitwirkende:
Sylvester Groth

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