Der Großstadt-Krimi wurde mit dem Silbernen Bären für die beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Diese Ehrung ging an die transsexuelle österreichische Schauspielerin Thea Ehre.
Bis ans Ende der Nacht: Polizist Robert Demant (Timocin Ziegler) und seine Partnerin Leni Malinowski (Thea Ehre) nehmen an einem Tanzkurs teil, um sich den Drogendealern Nicole Gilly (Ioana Iacob) und Victor Arth (Michael Sideris) zu nähern. Bild: Sender /WDR / Stephanie Lieske/Lieske und Howar
Robert trägt Lederjacke und die Haare etwas länger. Ein Cop, wie er nicht im Buche steht - zumindest nicht im deutschen Kino-Drehbuch. Als verdeckter Ermittler soll er über die fingierte Beziehung mit Leni (die im Gegenzug auf Bewährung aus der Haft entlassen wird) das Vertrauen eines Kriminellen gewinnen. Die Kontaktaufnahme gelingt beim Tanzkurs: Robert und Leni - er schwul, sie trans; ein großes Paar - haben Victor an der Angel. Oder doch er sie? Und sind bei der angeblich nur vorgetäuschten Liebe am Ende nicht sehr viel mehr Gefühle im Spiel? Wir wären nicht in einem Film von Christoph Hochhäusler, gäbe es einfache Antworten oder gar schlichte Wahrheiten. Der gewiefte Plot ist pures Oszillieren; so entsteht ein ebenso geistreiches wie berührendes Vexierbild des Emo-Intellekts. Der Film ist ein (nicht ganz drogenfreier) Trip entlang der für den Regisseur zum Markenzeichen gewordenen Möbiusschleife aus Genre- und Autorenkino. Hinzu kommen einer der schönsten Nostalgie-Soundtracks des Jahres, eine abgerockt-romantische Atmosphäre mit Fassbinder-Charme und schließlich ein Ensemble, das den Täuschungsmanövern des Marionettenspielers Hochhäusler Leben einhaucht, Todessehnsucht inklusive.
Regie: Christoph Hochhäusler
Kamera: Reinhold Vorschneider
Buch: Florian Plumeyer
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