Re: Beauty und Begegnung im Plattenbau

Do, 25.06.  |  1:55-2:25  |  MDR
Untertitel/VT Stereo 
Izora und Miguel waren zwei Jahre auf der Flucht aus ihrem Heimatland Venezuela, bevor sie in Leipzig eine neues zu Hause fanden. In Leipzig-Grünau, dem größten Plattenbaugebiet der Stadt, wohnen auch Rentner. Eigentlich haben sie nicht viel gemeinsam, würden sich im Alltag nie treffen. Außer im Beauty Salon der besonderen Art.

Sich kostenlos schminken lassen, eine neue Frisur oder ein Henna-Tattoo bekommen und gleichzeitig eigene Vorurteile abbauen - das ist das Konzept des Grand Beauty Salons in Leipzig. In der größten Plattenbausiedlung der Stadt - in Grünau - kommen jeden Freitag Menschen zusammen, die sich sonst so nie begegnen würden: Rentner, Angestellte und Arbeitslose, die schon seit DDR-Zeiten hier wohnen oder arbeiten, genauso wie Geflüchtete und Migranten, die hier günstigen Wohnraum finden. So wie der Friseur Miguel und Make Up-Artistin Izora aus Venezuela, die nach zwei Jahren auf der Flucht in Grünau ein neues Zuhause gefunden haben. Die gelernte Friseurin Iryina floh mit ihren Kindern vor dem Krieg aus der Ukraine. Im Grand Beauty Salon fanden die drei eine Beschäftigung – und neue Kontakte.

Gegründet wurde der Salon vor zehn Jahren von der Künstlerin Frauke Frech. Wer hier bedient wird, muss nichts bezahlen. Die Währung ist Begegnung und gegenseitige Unterstützung. Die Gäste des Grand Beauty Salon helfen sich etwa bei Behördengängen, beim Deutschlernen oder bei der Arbeitssuche - oder mitunter auch nur mit einem selbstgebackenen Kuchen.

Der Beautysalon als Ort des Dialogs ist einzigartig in Deutschland - und will eine entfremdete Nachbarschaft näher zusammenbringen. In Anbetracht der politisch aufgehetzten Stimmung ist dies kein einfaches Unterfangen.

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