Ausgewählt Nestroys Komponist und Strauss’ Erbe

Di, 06.10.  |  10:05-11:00  |  Ö1
Adolf Müller Vater und Sohn

Zwei Komponisten namens Adolf Müller kennt die Wiener Musikgeschichte: den Senior, der vor 225 Jahren, am 7. Oktober 1801 im ungarischen Tolna geboren wurde, und den Junior, dessen Todestag sich im kommenden Dezember zum 125. Male jährt. Mögen sie auch nicht zu den international herausragenden Komponisten ihres Jahrhunderts zählen, die Wiener Musikszene haben Vater und Sohn dennoch nachhaltig geprägt. Müller Senior siedelte sich nach einigen Karrierestationen in kleineren Städten der Monarchie 1823 in Wien an, wo er zunächst als Schauspieler und Sänger im Josefstädter sowie am Kärntnertortheater arbeitete. Ab 1828 war er Mitglied des Theaters an der Wien, wo er sich aufs Komponieren und die Kapellmeistertätigkeit verlegte und in zwanzig Jahren zu nicht weniger als 230 Stücken die Musik schrieb. Bis 1868 schuf Müller rund 580 Theaterkompositionen wie Ouvertüren, Zwischenmusiken und Couplets, komponierte Singspiele, Operetten, Tänze und Kirchenmusik sowie Bühnenmusik zu Werken zahlreicher Dichter seiner Zeit, darunter Ludwig Anzengruber, Carl Haffner und Ferdinand Raimund. Am bedeutendsten war jedoch seine Zusammenarbeit mit Johann Nestroy, der ihm Erfolgsstücke wie „Der Talisman“, „Lumpazivagabundus“ und „Das Mädel aus der Vorstadt“ u. v. m. anvertraute, wobei Müller den Typus des Wiener Couplets prägte. Adolf Müller junior, Jahrgang 1839, wurde ebenfalls Komponist, arbeitete sogar zeitweise parallel zum Vater im Theater an der Wien. Neben Schauspielmusiken zu Werken von Anzengruber, Ignaz Schnitzer u. a. schuf er auch Operetten mit Librettisten wie Richard Genée und Theodor Herzl (!). Unsterblichkeit aber hat Müller junior die musikalische Einrichtung von Werken eines anderen Juniors, Johann Strauss, für „Wiener Blut“ erworben.

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