Opernabend – Salzburger Festspiele 2026 live Richard Strauss: „Ariadne auf Naxos“

So, 02.08.  |  20:00-23:00  |  Ö1
Mit Kate Lindsey (Komponist), Christina Nilsson (Primadonna / Ariadne), Eric Cutler (Der Tenor / Bacchus), Ziyi Dai (Zerbinetta), Johannes Silberschneider (Der Haushofmeister), Christoph Pohl (Musiklehrer), Jonas Hacker (Tanzmeister), Leon Kosavic (Harlekin), Michael Porter (Scaramuccio), Lukas Enoch Lemcke (Truffaldin), Theodore Browne (Brighella) u.a.Wiener Philharmoniker; Dirigent: Manfred Honeck(Live-Übertragung der Premiere aus dem „Haus für Mozart“ in Salzburg, in 5.1 Surround Sound)

Vom problematisch schöngeistigen Experiment zum Welterfolg"Ariadne auf Naxos" – live von den Salzburger FestspielenEigentlich war das Werk nur als eine „Zwischenarbeit“ geplant, mit dem Zweck des Librettisten Hugo von Hofmannsthal, „mich mit der Musik, speziell mit ihrer Musik, noch mehr auskennen zu lernen.“ Dazu war es ein interessanter Versuch, ein „Zwitterwerk“ für ein kombiniertes Schauspiel-, Opern- und Ballettensemble zu schaffen: ursprünglich für Max Reinhardts Deutsches Theater in Berlin geplant, hatten Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal – nach „Elektra“ und „Der Rosenkavalier“ – eine tänzerisch-musikalische Neufassung von Molières Komödie „Le Bourgeois gentilhomme“ geschaffen, der sich als Theater auf dem Theater die Oper „Ariadne auf Naxos“ anschloss. Doch dieser Plan verursachte immense Probleme: da Reinhardt in seinem Theater kein Orchester unterbringen konnte, musste schon die Uraufführung 1912 nach Stuttgart verlegt werden – und wurde doch kein Erfolg. Zwar spielten viele Bühnen das „schöngeistige Experiment“ nach, die Anforderungen erwiesen sich aber als derart kompliziert, dass das Werk schnell von den Spielplänen verschwand. Die Musik zu Molières Vorspiel rettete der Komponist in die kammermusikalische Orchestersuite „Der Bürger als Edelmann“, während die Oper „Ariadne“ selbst ein neues Vorspiel erhielt, in dem ein junger Komponist im Mittelpunkt steht, dessen hochfliegende Pläne durch die banausischen Anweisungen des „reichsten Mannes von Wien“ auf den Boden der rauen Wirklichkeit gebracht werden. Mit diesem Komponisten hatte Richard Strauss nach dem Octavian im „Rosenkavalier“ erneut eine Paraderolle für Mezzosoprane geschaffen, eine Hosenrolle „für eine intelligente Sängerin“, wie er es nannte; zeitlebens hatte er den für Jungmännerpartien üblichen Tenören misstraut: viele der Tenorrollen bei Strauss sind musikalisch extrem in den Anforderungen, in der Wirkung aber undankbar – in gewisser Weise trifft dies auch auf den Bacchus in „Ariadne auf Naxos“ zu, eine schwierige Rolle ohne großen Solomonolog: Ariadne selbst hat dagegen zwei solcher Monologe, Zerbinetta ihre große virtuose Bravourarie und auch der Komponist das wunderbare (Solo-)Bekenntnis „Musik ist eine heilige Kunst“. Die um ein durchkomponiertes Vorspiel bereicherte „Ariadne auf Naxos“ kam in der heute üblichen Fassung im Oktober 1916 in der Wiener Hofoper zur Uraufführung – und wurde ein „Welterfolg“. Zehn Jahre danach ist die Oper erstmals bei den Salzburger Festspielen erklungen – und bei einer der drei Aufführungen 1926 im damaligen Salzburger Stadttheater hat der Komponist sein Werk auch selbst dirigiert.

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