Du holde Kunst Stimmen-Galerie: Marianne Nentwich
So, 02.08. | 8:15-9:00 | Ö1
Marianne Nentwichs Stimme besitzt ein weiches Timbre, das aber von einer bodenständigen Gelassenheit daran gehindert wird, ins Elegische zu gleiten. Gedichte, die über Gedichte sprechen, wandeln mitunter an der Grenze zwischen lyrischem und biografischem Ich, wodurch es die Balance zwischen Anverwandlung und interpretatorischer Außenperspektive zu halten gilt. Feinarbeit, wie geschaffen für diese bewegliche Stimme. Zu den Gedichten von Erich Fried, Julian Schutting, Rose Ausländer, Karl Krolow, Hilde Domin, Hugo Salus und Eva Strittmatter ist Musik von Johann Sebastian Bach, Moritz Moszkowski, Robert Schumann, Ludwig van Beethoven, Pierre Rode, Ferdinand David, Jean-Philippe Rameau, Ernest Chausson und Georg Friedrich Händel zu hören.Marianne Nentwich spielt seit 1964 im Theater in der Josefstadt. Daneben trat sie viele Sommer lang bei den Festspielen in Hannover (Viola in „Was ihr wollt“), in Salzburg war sie sieben Jahre lang die Guten Werke im „Jedermann“ und seit 1991 spielt sie beinahe jährlich in Reichenau. Sie drehte unzählige Fernseh- und Kinofilme und hielt zahlreiche Lesungen. Einige Tourneen führten sie durch den deutschsprachigen Raum und nach New York. 1988 wurde ihr der Titel „Kammerschauspielerin“ verliehen, 2014 folgte die Ernennung zur Doyenne des Theaters in der Josefstadt. Zurzeit ist sie in „Station Josefstadt. Rückblicke des Ensembles auf die letzten 20 Jahre“ und in Peter Turrinis „Was für ein schönes Ende“ zu sehen.
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