Auch wenn es dunkel ist. Berichte vom 7. Oktober, von Sharon On; Dirk Laucke
Mo, 03.08. | 20:00-21:00 | MDR Figaro
Von Sharon On; Dirk Laucke
Am frühen Morgen des 7. Oktober 2023 überfällt die Terrormiliz Hamas vom Gazastreifen aus Israel. Sie eröffnet das Feuer auf dem Gelände des Supernova-Festivals, dringt in Wohnhäuser und Militärstützpunkte ein, foltert, vergewaltigt und tötet Juden und Jüdinnen und Israelis gleich welcher Religionszugehörigkeit. 1200 Menschen sterben, 240 Menschen werden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Bis heute sind nicht alle befreit und seitdem führt Benjamin Netanjahu einen Krieg in Gaza - der 7. Oktober, eine Zäsur für Israelis und Palästinenser*innen.
Aus der Laudatio der Juroren Laila Stieler und Sebastian Krumbiegel: "Was muss es für eine Arbeit gewesen sein, die Interviews mit den Betroffenen zu führen, sich deren Berichte anzuhören? Auszuwählen? Sich den schlimmen Situationen immer wieder auszusetzen, sich nicht darin zu verlieren und dennoch einen mitfühlenden Blick zu behalten? Sie geben den Opfern, den Misshandelten, Vergewaltigten, Traumatisierten, Verletzten, Toten ihre Stimme und ihre Würde zurück. Vielen Dank dafür. (.) Was am 7. Oktober 2023 passiert ist, ist nicht einfach nur Krieg. Es gibt Wörter, aber sie bleiben unscharf. Grausam, barbarisch, unmenschlich . Bleiben Wörter. Angesichts dessen. Da ist Shani, deren Bild um die Welt geht, wie sie halb entkleidet mit dem Kopf nach unten und verdrehten Gliedern auf der Ladefläche eines Pickup liegt. Ein Terrorist hat den Fuß auf sie gestellt. Sie ist schon tot, wie erst später bekannt wird. Und Bewohner Gazas stehen an der Straße und jubeln. Ein Mann spuckt auf sie. Warum tun Menschen das? Da lässt es sich leicht aus unserer Entfernung von Zweistaatenlösung reden. Sie werden nicht gehen und wir auch nicht, sagt Natalia. Aber wie soll ein Zusammenleben funktionieren? Verzeihen und vergeben? Wie genau soll das denn möglich sein? Nichts beschönigen, Fragen aufwerfen, nicht sofort eine Antwort parat haben. Genau hinschauen. Nicht anklagen und interpretieren. Einfach zeigen. Das ist so viel. Das ist das Hörspiel des Jahres."
(54 Min.)
Regie: Sharon On; Dirk Laucke
Produktion: Rundfunk Berlin-Brandenburg 2025
Mitwirkende:
Sarah Maria Sander
Ariel Nil Levy
Raschid D. Sidgi
Tomer Lev-Tov
Kolja Podkowik
Sebastian Urzendowsky
Richard Barenberg
Jaron Löwenberg
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