Wo warst Du als ...? ... der Tsunami kam?

Fr, 27.12.  |  0:55-1:25  |  tagesschau24
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Tsunami - bis zum 26. Dezember 2004 ist dieser Begriff nur wenigen bekannt. Doch seit diesem schicksalhaften zweiten Weihnachtsfeiertag vor neun Jahren steht "Tsunami" für den Tod von Hunderttausenden. Eine genaue Zahl der Opfer gibt es nicht - sicher ist nur: Mehr als 200.000 Menschen sterben, als eine riesige Welle mit unglaublicher Gewalt auf die Küsten Südostasiens trifft.

* Schock am zweiten Weihnachtstag
Erinnerungen werden wach: die ersten Meldungen, die in unseren Breiten zunächst für wenig Aufsehen sorgen. Dann die stündlich steigenden Opferzahlen, die nach und nach das ganze Ausmaß dieser Katastrophe deutlich machen. Betroffen sind auch viele Deutsche, die die Weihnachtsfeiertage in der Sonne unter Palmen verbringen. Wer überlebt hat, muss Unglaubliches verarbeiten. Man sagt: Die Zeit heilt alle Wunden. Doch die furchtbare Erinnerung bleibt sehr oft ein Leben lang.

Wenn Helga Bertele mit ihrer Tochter Nathalie zusammen ist, dann fühlt sie nicht nur die bedingungslose Liebe einer glücklichen Mutter. Sie fühlt auch abgrundtiefe Trauer. "Wenn man einmal ein Kind verloren hat, dann schätzt man es umso mehr, ein Kind erleben zu dürfen", sagt sie heute. Damals lebte sie in Sri Lanka. Sekunden vor der Katastrophe hört sie ein gewaltiges Rauschen und Tosen. Sie ist zu dieser Zeit im dritten Monat schwanger. Sie wird gebraucht.

* Gnadenlose Riesenwelle
Melanie Mertes ist damals auf Hochzeitsreise in Kao Lak. Sie verbringt den Morgen des 26. Dezember am Strand, als sie bemerkt, wie das Meer sich zurückzieht. Touristen gehen dem Wasser hinterher und sind fasziniert von diesem seltenen Naturschauspiel. Melanie Mertes hat ein ungutes Gefühl. Fast prophetisch sagt sie zu ihrem Mann: "Hoffentlich weiß das Wasser, wo es stoppen muss, wenn es zurückkommt." Sekunden später ist das Wasser da - unglaublich schnell, gewaltig und gnadenlos. Für Melanie Mertes markiert der 26. Dezember 2004 den Anfang einer beispiellosen Leidensgeschichte, die bis heute nicht beendet ist.

* Verzweifelte Suche
Volker Schapeit erfährt es aus dem Fernsehen und ist schockiert. Seine Mutter Heidi und sein Stiefvater verbringen die Weihnachtsfeiertage auch in diesem Jahr in Kao Lak. Schapeit versucht, seine Mutter auf dem Handy zu erreichen - keine Antwort. Gemeinsam mit seinen Geschwistern verfolgt er die Fernsehberichterstattung. Bei einer Reportage aus einem Krankenhaus in Phuket ist Volker Schapeit wie elektrisiert: Er glaubt, im Hintergrund die Stimme seines Stiefvaters zu hören, die Stimme ruft verzweifelt "Heidi! Heidi!" Volker Schapeit fliegt nach Thailand, um seine Mutter und seinen Stiefvater zu suchen. Es wird eine grauenhafte Odyssee.

"Wo warst Du, als ... der tödliche Tsunami kam?" - drei Schicksale dreier leidgeprüfter Menschen, die davon berichten, wie sie das Leben danach mit sehr viel Herz und Zuversicht bewältigen. Zu Wort kommen außerdem Frank Schätzing, Miriam Pielhau und Sonya Kraus.

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