Jakob der Lügner (Folge 3 von 10) von Jurek Becker
Mi, 02.04. | 19:00-19:35 | MDR Figaro
Jurek Becker (1937-1997) wurde am 30. September 1937 in Lódz/Polen geboren. 1939 wird die Familie ins Ghetto "Litzmannstadt"(Lódz) umgesiedelt; ab 1943 ist Becker in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen inhaftiert. Seine Mutter starb an den Folgen der Haft; sein Vater, der in Auschwitz überlebt hatte, fand ihn 1945 mit Hilfe einer amerikanischen Suchorganisation wieder und siedelte mit ihm nach Ost-Berlin über. 1957 begann Becker ein Philosophiestudium, das er 1960 wegen Unstimmigkeiten mit der Partei abbrechen musste.
Von 1960 bis 1977 lebte er als freier Schriftsteller und DEFA-Drehbuchautor in Ost-Berlin. Der Roman "Jakob der Lügner" (1969), in dem er seine Erfahrungen im Getto verarbeitete, machte ihn international bekannt. Nachdem sein Roman "Schlaflose Tage" in der DDR nicht erscheinen konnte, verließ Jurek Becker 1977 mit einem Dauervisum die DDR. Neben den bekannten Romanen "Irreführung der Behörden" (1973), "Der Boxer" (1976) und "Bronsteins Kinder" (1986) schrieb Jurek Becker Drehbücher für Spielfilme (u.a. "Neuner", 1990) und Fernsehserien wie "Liebling Kreuzberg" (1986-1997). Jurek Becker starb am 14. März 1997 in Sieseby (Schleswig-Holstein).
Bearbeitung: Walter Rosengarten
Produktion: SWF 1971
Mitwirkende:
Pinkas Braun
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