Mittwochs: Dok 1 im Juni 2021

Dok 1 mittwochs im ORF. Aktuelles Thema am Mittwoch, 30. Juni 2021, 20:15: Dok 1. Alkohol - Der globale Rausch. Plus: Die Themen der kommenden Wochen.

VORSCHAU auf Dok 1 bis Juli 2021

Mittwoch, 16. Juni 2021, 20:15: Pause wegen UEFA EURO 2020

Mittwoch, 23. Juni 2021, 20:15: Pause wegen UEFA EURO 2020

Mittwoch, 30. Juni 2021, 20:15: Dok 1. Alkohol - Der globale Rausch

Kein Stoff der Welt ist uns so vertraut wie Alkohol. Er beeinflusst alle 200 Milliarden Neuronen des menschlichen Gehirns und doch würden wir das tägliche Glas Wein oder das Feierabend-Bier nie als Droge bezeichnen. Warum trinken wir überhaupt? Wer profitiert davon? Und welche Folgen hat der übermäßige Alkoholkonsum für jeden einzelnen, aber auch für die Gesellschaft? Diesen Fragen geht der preisgekrönte Südtiroler Filmemacher Andreas Pichler ("Das System Milch") in seiner Dokumentation "Alkohol - Der globale Rausch" nach. Auf seiner Reise rund um den Globus spricht er mit Suchtexpertinnen, Alkoholproduzenten, Neurowissenschaftlern, Psychotherapeutinnen, Ärzten und ehemaligen Trinkern, wie dem österreichischen Journalisten und langjährigen ORF-Korrespondenten Lorenz Gallmetzer. Gallmetzer war, wie er selbst sagt, ein Spiegeltrinker, suchte nicht den Rausch, sondern das ständige leichte Animiert-sein durch Alkohol. Beim Schreiben von längeren Texten, beim Schneiden von Filmbeiträgen belebte und entspannte ihn der Schluck Wein zugleich. "Weil mir die soziale Anerkennung und die Verwirklichung meiner Arbeit so wichtig war, war es ganz eindeutig, dass ich versucht habe, nie zu riskieren, der Alkohol könnte meine Arbeit herabmindern, beeinflussen, aber das hat sich so gesteigert, bis mir bewusst wurde, ich hab das nicht mehr ganz im Griff." Mehrmals in der Woche griff er abends zur Weinflasche, um sich vor dem Schlafengehen zu beruhigen. Heute, nach einem stationären Aufenthalt in Europas größter Suchtklinik in Kalksburg, ist er trocken und spricht über seinen persönlichen Kampf gegen die Alkoholsucht: "Das ist das Schwierigste, dieser Gedanke daran, zu sagen: nie wieder Alkohol, nie. Wenn es ein ganzes Leben so ein zentraler Doping-, Begleitstoff und Genussvermittler war." Vom Genussmittel hin zum Suchtmittel ist es ein schmaler Grat. Weltweit sind etwa 140 Millionen Menschen von Alkohol abhängig. Wir trinken gerne. Denn Alkohol setzt Endorphine frei, wirkt mal aufputschend, mal beruhigend. "Das kleine Molekül gelangt schnell ins Gehirn und schaltet eine ganze Menge verschiedener Gehirnbereiche ein oder aus," sagt David Nutt, Neuropsychopharmakologe am Imperial College in London. Er spricht vom Alkohol ganz selbstverständlich wie von einer Droge. "Es werden die Bereiche für Verantwortungsgefühl, Sorgen und Ängste ausgeschaltet, so entspannen wir, machen aber auch verrückte Sachen." Immer jüngere Menschen werden zu Gewohnheitstrinkern, wie auch Sarah Halpin, Social Media Redakteurin und Fußball-Fan aus Liverpool, die Andreas Pichler begleitet: "Getrunken habe ich so: Ich bin raus. Und bin vier Tage nicht nachhause gekommen. Meine eigenen Freunde wussten nicht, wo ich war. Mein Telefon war aus. Meine eigene kleine Schwester hat erzählt, dass sie mit meinem Vater auf dem Feld neben unserem Haus war, weil sie nach meiner Leiche suchten." Ohne erhobenen Zeigefinger dokumentiert Andreas Pichler, warum und wie sehr wir der legalen Droge Alkohol verfallen sind, wie sie unsere Gesellschaft nachhaltig schädigt und weshalb große Industriekonzerne und Staaten gar nicht daran interessiert sind, am Status quo etwas zu ändern. Und er trägt dazu bei, die eigenen Trinkgewohnheiten einmal zu überdenken.

Mittwoch, 7. Juli 2021, 20:15: Pause wegen UEFA EURO 2020

Mittwoch, 14. Juli 2021, 20:15: Dok 1. 2040 - Wir retten die Welt

Täglich erreichen uns neue Weltuntergangsszenarien - Klimawandel, Verschmutzung der Meere, Aussterben von Tierarten. Der preisgekrönte australische Filmemacher Damon Gameau ("Voll verzuckert - That Sugar Film") versucht diesen Horrorszenarien in seinem neuen Dokumentarfilm ein optimistischeres Bild entgegenzusetzen. Wie KÖNNTE die Zukunft im Jahr 2040 aussehen, wenn wir bereits vorhandene Technologien und Lösungsansätze nutzen? Der Antrieb für seine Recherche ist seine vierjährige Tochter Velvet. Als Vater will er ihr einen lebenswerten Planeten hinterlassen. Er begibt sich mit einem Kamerateam auf die Reise rund um den Globus, um zu sehen, welche innovativen Konzepte zur Rettung der Welt bereits jetzt existieren. Dafür spricht er mit Wirtschafts- und Agrarwissenschaftlerinnen, Landwirten, Ingenieuren und Anthropologinnen über erneuerbare Energien, alternative Mobilität und moderne Landwirtschaft. In Bangladesch stößt Gameau etwa auf ein Modell der dezentralisierten Solarzellenversorgung. Die Haushalte stellen über Heimsolaranlagen ihre eigene Energie her, speichern sie mittels Batterie und können überschüssige Energie untereinander tauschen oder verkaufen. "Ein Teil der Bevölkerung kann es sich nicht leisten, eine Solaranlage zu kaufen," sagt Neel Tamhane, Experte für dezentrale erneuerbare Energien bei SolShare. "Diese Menschen können stattdessen ein kleines Solarkästchen erwerben und damit nur dann Strom kaufen, wenn sie ihn brauchen." Der Profit bleibe im Ort und schaffe Unabhängigkeit von großen Energiekonzernen. Gameau liefert auch Ideen für das Leben in der Großstadt der Zukunft. Wenn der Autoverkehr durch Sharing-Modelle und selbstfahrende Busse, Züge und Taxis ersetzt wird, werde plötzlich viel mehr Platz für öffentliche Parks und Urban Gardening frei. Gameau schwebt etwa innerstädtischer Gemüseanbau vor, der auf leeren Parkplätzen, in stillgelegten Parkhäusern oder auf Dächern von Hochhäusern entstehen und die Stadtbevölkerung mit frischem Gemüse ohne lange Anfahrtswege versorgen könnte. Die beste Lösung zur Umkehrung der Erderwärmung sieht Gameau aber in der Förderung von Mädchen und Frauen. "Wir wissen, dass Frauen, wenn sie als Kinder länger zur Schule gehen und die Chance haben, Empfängnisverhütung zu betreiben, erst dann Kinder bekommen, wenn sie dazu bereit sind und sie werden sich wohl auch für weniger Kinder entscheiden," weiß Amanda Cahill, Geschäftsführerin von The Next Economy. "Das hat den Effekt, dass die Gesamtbevölkerung langsamer wächst, was bedeutet, dass es weniger Druck und Wettbewerb um den Zugang zu Ressourcen gibt." Der Dokumentarfilm gibt Grund zur Hoffnung. Bis 2040 könnte das Zusammenleben auf der Erde nachhaltig verbessert werden. Mehr Grün in den Städten, weniger schadstoffreicher Verkehr, saubere Meere, nachhaltigere Landwirtschaft und gleiche Bildung für alle - all das KÖNNTE in 20 Jahren möglich sein. Mit innovativen Ideen, die heute schon funktionieren.

Lisa Gadenstätter führt durch eine DOKeins-Reportage. Sie ist – neben Hanno Settele – der zweite ORF-Host für diese Sendeschiene werden. Bild: Sender/ORF
Lisa Gadenstätter führt durch eine DOKeins-Reportage. Sie ist – neben Hanno Settele – der zweite ORF-Host für diese Sendeschiene werden. Bild: Sender/ORF